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Abrechnung19. April 2026·7 Min Lesezeit

Undercoding: Warum 95% aller Praxen €5.000+ pro Jahr verschenken

Vergessene Zuschläge, nicht erfasste DMP-Pauschalen, falsch dokumentierter Chroniker-Status. Die häufigsten EBM- und GOÄ-Lücken in Hausarztpraxen — und wie Sie sie systematisch schließen.

Die unbequeme Wahrheit

95% aller deutschen Arztpraxen rechnen nicht optimal ab. Das ist keine Schätzung, das ergeben Abrechnungs-Analysen quer durch Haus- und Fachärzte. Die durchschnittliche Hausarztpraxis lässt pro Jahr €5.000 bis €15.000 an möglichem Honorar liegen — einfach weil niemand hinschaut.

Die Top-5 Lücken

1. Chronikerzuschlag 03220 nicht erfasst

Bei Patient:innen mit chronischen Diagnosen (Diabetes E11, KHK I25, COPD J44, Osteoporose M80) ist der Chronikerzuschlag zusätzlich zur Versichertenpauschale abrechenbar. Wert: ~€15,40 pro Quartal pro Patient. Bei 150 Chronikern × 4 Quartale = €9.240/Jahr.

2. DMP-Pauschalen vergessen

Die DMP-Pauschalen (02340 Diabetes, 02345 KHK, 02347 COPD/Asthma) werden oft nicht erfasst, weil das DMP-Flag im PVS nicht gesetzt ist. Pro eingeschriebenem Patient: €19,50–€23,60 pro Quartal.

3. Geriatrisches Basisassessment 03360

Bei Patient:innen ab 70 mit Multimorbidität einmal pro Krankheitsfall abrechenbar. €77,40 pro Assessment. In vielen Praxen findet das Assessment statt, wird aber nicht dokumentiert.

4. Präventions-Ziffer 01731

Check-up 35+ alle 3 Jahre. Patienten wissen oft nichts davon — und aktive Erinnerung passiert selten. €53,30 pro Check-up.

5. Psychosomatische Grundversorgung 35100

Bei Patient:innen mit F32/F33/F41-Diagnosen explizit abrechenbar bei Gespräch > 15 Min. €24,70.

Warum passiert das?

Drei Gründe:

  1. Kein Feedback-Loop. Der Arzt dokumentiert morgens, die Abrechnung schickt die MFA am Quartalsende raus. Zwischen beidem: keine Prüfung.
  2. Keine Benchmark. Ohne Vergleich mit Peer-Praxen gleicher Fachrichtung fällt niemandem auf, dass die eigene Praxis 15% unter Schnitt abrechnet.
  3. Keine Live-Alerts im PVS. Moderne PVS könnten vor Quartals-Abschluss warnen "bei 12 Patienten fehlt Chroniker-Ziffer" — tun es aber in der Standard-Konfiguration nicht.

Wie man das systematisch löst

Schritt 1: Einmaliger Audit. Ein laufendes oder abgelaufenes Quartal im PVS gegen die häufigsten Undercoding-Muster abgleichen. Typisches Ergebnis: 40-80 Findings pro Quartal in einer mittelgroßen Praxis.

Schritt 2: MFA-Workshop. Die Findings in strukturierten Checklisten übersetzen. "Bei Diabetes-Patient: DMP-Flag prüfen, Chroniker-Ziffer setzen, DMP-Pauschale abrechnen."

Schritt 3: Live-Alerts im PVS. Zusatzmodul, das bei der Fall-Eingabe prüft ob Ziffern fehlen. Gibt es für medatixx und CGM als Drittanbieter-Addon.

Schritt 4: Quartals-Benchmark. Am Ende jedes Quartals: "Wie haben wir im Vergleich zu Peer-Praxen gleicher Fachrichtung abgerechnet?"

Ehrlicher Disclaimer

Wir verkaufen hier keine Magie. Der Großteil der Mehrumsatz-Gewinne kommt daraus, dass Ziffern, die inhaltlich berechtigt sind, einfach zuverlässig gesetzt werden. Kein Scheinaufwand, kein Undercoding-Umgehen. Nur das, was ohnehin Ihnen zusteht.

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