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Workflow16. April 2026·5 Min Lesezeit

Tablet statt Zettel: Digitale Patientenaufnahme in 4 Wochen

Handschriftliche Anamnese, die MFA später abtippen muss, ist 2026 einfach nicht mehr zeitgemäß. Wie digitale Patientenaufnahme funktioniert, was sie kostet und welche Fehler vermeiden.

Die Zettelwirtschaft-Kosten

Ein neuer Patient kommt zur Erstvorstellung. Klemmbrett, 4 Seiten Anamnese, Kugelschreiber, Wartezimmer. Er füllt aus — handschriftlich. Eine MFA nimmt das Klemmbrett, tippt es später ins PVS ab. Zeit: 15-20 Min Wartezeit für den Patienten, 8-12 Min MFA-Abtipparbeit.

Bei 5 neuen Patienten pro Tag × 220 Arbeitstagen × 10 Min MFA-Zeit × €25/h = €4.600/Jahr. In reiner Abtipparbeit. Dazu: Medikations-Fehler durch unleserliche Handschrift, vergessene Allergie-Hinweise, fehlende Pflichtfelder.

Was "digitale Patientenaufnahme" eigentlich heißt

Nicht: "Wir geben dem Patienten ein Tablet statt Klemmbrett und MFA tippt weiter ab."

Sondern: Patient füllt strukturiert am Tablet aus → Daten fließen direkt ins PVS → keine Doppel-Erfassung.

Konkret:

  • Tablet im Wartezimmer (meistens iPad mit Schutz-Hülle).
  • Patient loggt sich mit QR-Code oder Einchek-Nummer ein.
  • Strukturierte Anamnese-Flows je nach Termin-Typ (Erstvorstellung, Vorsorge, Akut).
  • Pflichtfelder-Validierung (kein leeres "Medikamente"-Feld).
  • Einwilligungen (DSGVO, Heilbehandlung) direkt digital unterschrieben.
  • Beim Aufruf durch MFA: Daten sind bereits im PVS.

Anbieter-Check

Nelly

Marktführer in Deutschland. Sehr gute Integration mit medatixx und CGM. Mehrsprachige Bögen, konfigurierbar pro Fachrichtung. €149-299/Mo je nach Praxis-Größe.

idana (by Tomes)

Früher-Anbieter, umfangreich, etwas weniger moderne UI. Gut für Praxen mit sehr spezifischen Anamnese-Anforderungen.

Eigenbau

Manche Praxen haben mit ihrem Website-Dienstleister eine Eigenlösung gebaut. Nur sinnvoll wenn >5 Praxen im Verbund — sonst lohnt der Aufwand nicht.

Die 4-Wochen-Roadmap

Woche 1: Anamnese-Vorlagen definieren — pro Termin-Typ. Welche Fragen sind Pflicht? Welche optional?

Woche 2: Setup beim Anbieter, Integration mit PVS, Tablets bestellen.

Woche 3: Test mit einer MFA + 5 freiwilligen Stammpatienten. Feedback einholen, Anamnese-Flows anpassen.

Woche 4: Go-Live. Zweites Tablet für Peak-Zeiten, Fallback-Zettel-Version für sehr alte Patienten oder Tablet-Ausfall.

Häufige Stolpersteine

  1. Zu viele Pflichtfelder. Ältere Patienten überfordert → frustriert. Maximal 3-5 echte Pflichtfelder, Rest optional.
  2. Kein Fallback. Tablet-Akku leer, Update, Defekt — immer eine Papier-Version in der Schublade.
  3. MFA nicht eingebunden. Die MFAs müssen das lieben, nicht nur akzeptieren. Kick-Off-Training ist Pflicht.
  4. Einwilligung vergessen. DSGVO-Einwilligung für Datenverarbeitung muss explizit sein — Default darf nie "angehakt" sein.

Was Sie jetzt tun können

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